Laufbahn

Die gymnasiale Schullaufbahn ist gegliedert in die Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. In der Sekundarstufe I unterscheidet man die Erprobungsstufe (Klassen 5 und 6) und die Mittelstufe (Klassen 7 bis 9). In jeder Schulstufe bemühen wir uns, die Kinder und Jugendlichen ihrem Alter entsprechend zu fördern. Dabei bieten wir auch besonders begabten Kindern die Möglichkeit der Schulzeitverkürzung.

Erprobungsstufe

Allgemeine Informationen

Der Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium ist für Kinder ein bedeutsamer Schritt. Daher hat die pädagogische Arbeit in dieser Stufe, die die Klassen 5 und 6 umfasst, für uns einen ganz besonderen Stellenwert. Dadurch, dass es bei dem Übergang von der Jahrgangsstufe 5 in die Jahrgangsstufe 6 keine Versetzungsentscheidungen gibt, können sich die Schülerinnen und Schüler langsam an die neue Schule und die neue Lernsituation gewöhnen und auf den Übergang in die Mittelstufe vorbereitet werden. Um den Schulwechsel von der Grundschule auf die weiterführende Schule behutsam zu ermöglichen, werden bei der Bildung der neuen Klassen die Einzugsgebiete berücksichtigt. Außerdem liegen die Klassenräume der Jahrgangsstufe 5 in unmittelbarer Nähe zu dem Sekretariat und dem Lehrerzimmer, sodass die Schülerinnen und Schüler bei Fragen schnell eine Ansprechperson finden.

Bildung der Klassengemeinschaft

Bereits vor den Sommerferien laden wir alle neuen Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern zu einem Kennenlernnachmittag mit der neuen Klassenlehrerin bzw. dem neuen Klassenlehrer in unsere Schule ein. Kurz nach den Sommerferien folgt dann die Gestaltung eines Klassengemeinschaftsnachmittags, an dem die Kinder miteinander spielen und basteln. An diesem Nachmittag nehmen auch Tutoren aus höheren Jahrgangsstufen teil, die sich in dem gesamten ersten Jahr partnerschaftlich um die Fünftklässler kümmern und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese helfen den Schülerinnen und Schülern auch bei ihrer ersten Overbacher Kirmes, bei dem Martinsfest, das gemeinsam mit den Kindern, den Eltern und den Fachlehrern/innen im November gefeiert wird und bei der Durchführung eines Fußballturniers vor den Sommerferien, bei dem jedes Jahr ein stolzer Klassensieger gekürt wird. Zur nachhaltigen Festigung der Klassengemeinschaft nimmt darüber hinaus jede Klasse im fünften Schuljahr an einem Sozialtraining teil, das von IN VIA Aachen e.V. durchführt wird. Um zu vermeiden, dass der Klassenverband, der durch eine viertägige Klassenfahrt im Frühjahr der Jahrgangsstufe 5 gestärkt wird, in der Jahrgangsstufe 6 aufgelöst werden muss, wird die Wahl der zweiten Fremdsprache (Latein oder Französisch) bereits bei der Klassenbildung berücksichtigt. So wird gewährleistet, dass die Klassengemeinschaft auch in der Jahrgangsstufe 6 zum Beispiel durch die gemeinsame Planung und Durchführung von Exkursionen und Festen weiterhin positiv gefördert wird, um ein Lernen in einer freundlichen und kameradschaftlichen Atmosphäre zu ermöglichen.

Gestaltung des Unterrichts

Innerhalb des Unterrichts knüpfen wir an Methoden und Lernerfahrungen der Grundschule an und stehen mit den Grundschullehrerinnen und -lehrern in Kontakt. Freie Arbeitsformen, die selbstständiges Lernen schulen, haben ihren festen Platz im Fachunterricht. Da die Fünftklässler aus unterschiedlichen Grundschulen kommen und verschiedene Stärken und Schwächen haben, hat jede fünfte Klasse drei Ergänzungsstunden pro Woche in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch, um eine individuelle Förderung zu gewährleisten. Diese Fördermöglichkeiten werden im zweiten Halbjahr zusätzlich durch eine klassenübergreifende Freiarbeitsstunde erweitert. In dieser können die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel Rechtschreibschwächen beheben, Lesestrategien erwerben oder an einer naturwissenschaftlichen Förderung teilnehmen. Zu Beginn der Jahrgangsstufe 5 wird daher eine Lernausgangsuntersuchung durchgeführt, die eine Diagnosemöglichkeit für Fachlehrer/innen ist.

Des Weiteren ist die Förderung der Lernmethodik wichtiger Bestandteil unserer Erprobungsstufenarbeit, denn entscheidend für den Lernerfolg ist es, Strategien des Lernens zu beherrschen. Daher wird im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 5 eine Schulstunde dem Methodenlernen und dem sozialen Lernen gewidmet. In der Jahrgangsstufe 6 werden die methodischen und sozialen Kompetenzen vertieft und erweitert.

Im Anschluss an den regulären Unterricht haben unsere Schüler/innen die Möglichkeit, Angebote des Ganztags individuell zu nutzen oder an der Hausaufgabenbetreuung teilzunehmen.

Mittelstufe

Allgemeine Informationen

Der Übergang von der Erprobungsstufe in die Mittelstufe ist für die Kinder ein weiterer bedeutsamer Schritt, geht er doch einher mit der pubertären körperlichen und geistigen Entwicklung, die nicht selten die Kinder in ihrem kindlichen Bewusstsein erschüttert. Die beginnende Pubertät kann dabei nicht nur eine anstrengende Zeit für die Eltern, Lehrer und Geschwister sein, sondern in erster Linie das Kind selbst vor eine große Herausforderung stellen. In dieser schwierigen und manchmal langwierigen und turbulenten Phase sind die Jugendlichen auf größtmögliche Stabilität und Verlässlichkeit des Systems Schule angewiesen.

Wir halten daher an den Grundsätzen aus der Erprobungsstufe fest. Die Klassen werden von einem neuen Klassenleitungsteam übernommen und auch bei dem Fachlehrereinsatz gilt das Prinzip der größtmöglichen Konstanz.

Bildung der Klassengemeinschaft

Um die Klassengemeinschaft auf den Prüfstand zu stellen, sie zu festigen oder neu zu ordnen, vor allem aber auch, damit die Schülerinnen und Schüler und die neue Klassenleitung sich besser kennenlernen, führen wir im ersten Halbjahr der Jgst. 7 dreitägige Klassengemeinschaftstage in Bad Honnef durch. Die Schüler erleben eine Fahrt mit aktiver Freizeitgestaltung (Wanderung auf den „Drachenfels“) und mit einem aktivierenden pädagogischen Programm („Klasse als Team“).

Wie aus der Erprobungsstufe bekannt, wird auch im Rahmen der Mittelstufenarbeit ein Exkursionsprogramm gemeinsam geplant und durchgeführt. Darüber hinaus werden die Feste des Jahreskreises miteinander begangen (z.B. Karneval, Weihnachten).

Durch die Wahlen zum Wahlpflichtunterricht II in Klasse 8 (Französisch, Technik, Wirtschaft/Wirtschaftsenglisch, Junior Ingenieur Akademie) werden die Schülerinnen und Schüler auch über die Grenzen des eigenen Klassenverbandes hinaus mit dem Arbeiten innerhalb der Jahrgangsstufe vertraut gemacht und dadurch frühzeitig auf die Oberstufe vorbereitet.

Gestaltung des Unterrichts

Am Ende von Jgst. 7 stehen für die Schülerinnen und Schüler die ersten „richtigen“ Fächerwahlen im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes II an. Sie müssen für die Klassen 8 und 9 ein weiteres Fach wählen und können dabei zwischen Französisch, Technik, Wirtschaft/Wirtschaftsenglisch und dem Angebot der Junior Ingenieur Akademie der Dt. Telekom Stiftung, einer angereicherten Variante des Technikunterrichtes für besonders interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler, auswählen. Somit erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit einer weiteren Profilbildung nach der Wahl der zweiten Fremdsprache in Jgst. 6.

Innerhalb des Unterrichts setzen wir die methodische Arbeit aus der Erprobungsstufe fort und erweitern die Vielfalt der Methoden.

Um darüber hinaus in der Phase des Umbruchs und der Ich-Findung Lerndefiziten und Motivationslücken konstruktiv entgegenzuwirken, ist z.B. die Stundentafel der Jgst. 8 um drei Ergänzungsstunden in den Fächern Mathematik, Englisch und Französisch oder Latein erweitert.

In den Jgst. 7 und 9 bieten wir außerdem regelmäßig Unterstützungsangebote in Form von Förderkursen und Lernwerkstätten in den Kernfächern an, um möglichen Schwächen der Schülerinnen und Schülern individuell zu begegnen und sie beim Schließen der Defizite zu unterstützen.

Oberstufe

In den Jahrgangsstufen EF bis Q2 setzen die Schüler ihre Laufbahn auf der Grundlage der "Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe" in der jeweils gültigen Fassung fort. Die Ziele der Oberstufe sind in den Richtlinien und Lehrplänen für die Sekundarstufe II in Nordrhein-Westfalen festgelegt.

Die aktuelle bildungspolitische Diskussion spiegelt die Bedeutung naturwissenschaftlicher Bildung wider. Andererseits ist die Kenntnis von Fremdsprachen in einem zusammenwachsenden Europa für die berufliche Zukunft der Jugendlichen besonders wichtig. Daher sieht die Ausbildungs- und Prüfungsordnung einen Schwerpunkt im naturwissenschaftlichen oder sprachlichen Bereich vor. Dies geschieht durch die Belegung einer zweiten Fremdsprache oder einer zweiten Naturwissenschaft bis zum Ende der Jahrgangsstufe Q1.

Ergänzend zur Ausbildungs- und Prüfungsordnung gelten am GHO folgende Regelungen:

Als Konsequenz unseres besonderen Auftrages zur religiösen Erziehung muss das Fach Religion bis Ende der Jahrgangsstufe Q1 belegt werden. Zusatzkurse in Geschichte werden nicht angeboten. Die Schüler müssen also im Fach Geschichte reguläre Kurse in den Jahrgangsstufen Ef und Q1 belegen. Um unseren Schwerpunkt im Bereich der Naturwissenschaften zu betonen, bieten wir in jedem Jahr einen Leistungskurs Physik an, auch dann, wenn nur wenige Schüler das wünschen.

Informatik wird in der Jahrgangsstufe Q1 nicht fortgesetzt und kann in den Jahrgangsstufen Ef und Q1 nur als mündliches Fach belegt werden.

Schüler, die eine längere Zeit im Rahmen eines genehmigten Schüleraustauschs im Ausland verbringen möchten, werden von der Schule beraten und unterstützt.

Den Schülerinnen und Schülern einer Jahrgangsstufe stehen jeweils zwei Beratungslehrer/innen zur Seite, die sie bis zum Abitur als direkte Ansprechpartner begleiten und zusammen mit dem Leiter der Oberstufe für die Laufbahnberatung zuständig sind.